Georg Poblotzki, Raketenflug ins All (1943)

Obelisk hoher Opferplatz Die Möglichkeiten der Weltraumfahrt

Raketenflug ins All (1943, 8 mm Schmalfilm, 6 min 30)

 
Die Elektronenrakete

Vor dem geschichtlichen Hintergrund von 1943, als Deutschland bereits weite Teile Europas und Russlands mit Krieg überzogen hat und gerade in Italien einmarschiert wirkt dieser Film fast schon anachronistisch. Georg Erhard Poblotzki (1911-1980), damals beschäftigt als Projektingenieur bei der AEG Abteilung Schiffbau (Schiffsantriebe) in Berlin zeigt sich selbst, wie er vom bemannten Weltraumflug träumt. Dabei schneidet er Szenen, die er selbst gedreht hat (Traumszene und Planung am Arbeitsplatz, die erste Rakete bei Tageslicht, die Szenen an der Raumschiffkonsole) zusammen mit Material von Degeto (heute im Besitz der ARD), die es damals wohl für Amateurfilmer zu kaufen gab.
Inspiration findet er im Buch "Die Möglichkeiten der Weltraumfahrt" von Willy Ley, der nach Kriegsende in die Dienste der Amerikaner tritt, wo er zahlreiche popularwissenschaftliche Bücher über Raumfahrt herausgibt und sogar zusammen mit Wernher von Braun in der Walt Disney Produktion "Man in Space" auftritt.
Die Illustration einer "Elektronenrakete" von Franz Abdon Ulinskis ist im Film zu sehen (siehe Abb.)
Am 23.10.1944 erhält Georg Poblotzki den Einberufungsbefehl zum Kriegsdienst. Drei Monate vor Kriegsende, am 11.1.45 erleidet er durch einen amerikanischen Granatsplitter eine schwere Beinverletzung und kehrt nach mehreren Lazarettaufenthalten im Juli ins zerstörte Berlin zurück.